<<                Freitag, 1.1.2010, 15 Uhr

Besser geht es kaum noch!

Wer den Winter mag, darf sich über die aktuelle Großwetterlage freuen!

Nachdem uns einige Tage lang eine Luftmassengrenze beschäftigt hat, ist nun über Mitteleuropa eine für Winterfreunde optimale Lage eingetreten! Der Luftdruck über der Nordhalbkugel ist so verteilt, dass mindestens in den nächsten ein bis zwei Wochen Tiefs mit milder Atlantikluft bei uns überhaupt keine Chance haben! Dabei liegen die Tiefdruck- und Hochdruckgebiete so zueinander, dass nicht nur extrem frostige Luft aus dem Norden Rußlands angezapft wird, sondern auch genügend Feuchtigkeit, um immer wieder verbreitete Schneefälle auszulösen, mal leicht, mal intensiv. Daher wird sich eine große geschlossene Schneedecke ausbilden.

Scheint auf diese weiße Fläche die Sonne, wird fast das gesamte Licht inklusive der wärmenden Infrarotanteile in das Weltall zurückgeworfen. Dieser "Albedo" genannte Effekt führt dazu, dass der Boden nicht von der Sonne aufgewärmt werden kann, wodurch die vorhandene Kälte sich stabilisiert und verstärkt. Es ist also gut möglich, dass der Winter 2009/2010 insgesamt streng wird und lange anhält.



Samstag, 9.1.2010, 8 Uhr:

Zur Zeit kommt es verbreitet zu leichten bis mäßigen, teilweise auch kräftigen, Schneefällen, und der Wind ist teilweise stark. Auch das gehört selbstverständlich zu einem richtigen Winter, und ebenso selbstverständlich ist es, dass man sich klug darauf einstellt, indem man je nach Gegend entweder lieber zu Hause bleibt oder mehr Zeit für Wege einplant und sich natürlich warm einpackt, evtl. Proviant mitnimmt.

Richtig finde ich, dass zum Beispiel durch die Unwetterzentrale die Situation kontinuierlich beobachtet und entsprechend gewarnt wird. Das ist übrigens ein außerordentlich schwieriger Job, denn schon für größere Gebiete lässt sich kaum eine Punktlandung in Sachen "Neuschneezuwachs" erzielen. Fast unmöglich ist es, für einen bestimmten Ort ganz genau vorherzusagen, was passieren wird. Also bitte nicht zu hohe Erwartungen an die Exaktheit der Warnungen stellen!

Absolut falsch und geradezu idiotisch finde ich es, aus dieser nicht alltäglichen Schneefalllage eine "totale Katastrophe" zu machen oder deshalb Fernsehprogramme zu ändern. Wie kommen Behörden dazu, ernsthaft zu Hamsterkäufen aufzurufen? Wie blind muss jemand sein, der behauptet, die Lage sei mit der wirklich großen Katastrophe zum Jahreswechsel 1978/79 vergleichbar? Welchen Sinn macht es, wenn der WDR eine 45-minütige Sondersendung bastelt, in der Liveschaltungen zu Autobahnen und Salzdepots eine tragende Rolle spielen oder "Lieschen Müller" sagen darf, dass sie auch alles ganz schlimm findet? Und wer bezahlt diesen Blödsinn? Ich bin heilfroh, dass es einige unbeirrbar seriöse Meteorologen wie zum Beispiel Sven Plöger gibt, die sich davon nicht mitziehen lassen!