Zurück zur Startseite Unwettererfahrungen von Lesern Wo blitzt es im Moment?


Jeder von uns hat es schon unzählige Male erlebt: Dunkle Wolken ziehen auf, wenig später fängt es mehr oder weniger heftig an zu regnen, begleitet von Blitz und Donner, und meist ist nach einer halben Stunde alles wieder vorbei. Zum Abschluß bekommt man vielleicht noch einen Regenbogen zu sehen. Oft nach Gewittern zu sehen: Ein Regenbogen
Ein ganz normales Gewitter, wie es an einem Ort in Deutschland ungefähr an zehn bis dreißig Tagen im Jahr vorkommt. Alle paar Jahre ist mal eines dabei, das ein wenig heftiger ausfällt. Es blitzt häufiger als sonst, der Regen ist sehr stark, es gibt Sturmböen, und womöglich fallen sogar kleine Eiskügelchen vom Himmel: Hagel.
Eine Böenwalze kann sehr finster aussehen! Unter Umständen ist das ziemlich beeindruckend, und empfindliche Menschen bekommen Angst, doch es ist Nullkommagarnichts gegen das, was die Wetterküche auch in Deutschland im Extremfall zu Stande bringen kann.
Manchmal nämlich gibt es ein regelrechtes Monsterunwetter: Am Horizont wird es pechschwarz. Eine furchterregende Wolkenwand kommt näher und näher. Schon zucken erste, sehr energiereiche, Blitze, gefolgt von lauten Donnerschlägen. Die vorderste Wolkenlinie, zur so genannten Böenwalze geformt, ist besonders finster und weist lebhafte Bewegungen auf. Manchmal kann sie sich deutlich absenken oder gar rotieren, schlimmstenfalls sogar einen Rüssel zur Erde hinabschicken, der wie ein Staubsauger alles mitnimmt, was ihm in die Quere kommt. Ein solches Ungeheuer nennt man Tornado.

Wehe, wenn man davon getroffen wird!
Selbst wenn es mitten am Tag ist, wird es so dunkel, dass die Straßenlaternen angehen. Dann bricht das Höllenunwetter los: Orkanböen, die 150 oder gar 170 Stundenkilometer erreichen können, Regen wie ein Wasserfall, Mehrere Blitze pro Sekunde, von denen viele in der Umgebung einschlagen, Donnerschläge, die so laut sind, dass reihenweise Alarmanlagen von Autos anspringen. Wenn man ganz viel Pech hat, gibt es schweren Hagel. Nicht diese kleinen Eiskügelchen, sondern Geschosse, die mit über 150 Km/h zur Erde donnern und sogar so dick wie Pampelmusen sein können. Eine tödliche Gefahr! Dachpfannen und Fenster werden zerschmettert, Autos zerbeult, unzählige Tiere und auch einige Menschen erschlagen.

Der Orkan schmeißt reihenweise Bäume um. Es ist furchtbar laut, und falls es einen Tornado gibt, kann sich der Lärm steigern, bis man Ohrenschmerzen bekommt. Es herrscht eine regelrechte Weltuntergangsstimmung, die auch den mutigsten Menschen Angst einflößt.

Zurück bleiben überflutete und verschlammte Straßen, Keller und auch Wohnungen, abgerutschte Berghänge, umgestürzte Bäume. Wenn es stark gehagelt hat, können die noch stehenden Bäume entlaubt sein, und erschlagene Tiere liegen auf dem Boden.

Die Ausmaße eines solchen Jahrhundert- oder Jahrtausendunwetters gehen meist extrem weit über alle Erfahrungswerte der betroffenen Menschen hinaus: Liefert ein normales Gewitter 5, 10 oder 20 Millimeter Regen ab, können es hierbei 100, 200 oder noch deutlich mehr sein. Die schon erwähnten Orkanböen können einen Erwachsenen mühelos vor sich her fegen. Hagel kann das Kuriosum einer Winterlandschaft im Sommer bewirken. Es ist schon vorgekommen, dass er lokal begrenzt eine Schicht von einem halben oder sogar einem ganzen Meter erreichte!

Manchmal ist auch die zeitliche Dimension eines Unwetters kaum zu glauben: Es kann viele Stunden lang toben, sehr selten sogar Tage. Dann wird das öffentliche Leben komplett lahm gelegt. Durch derart dramatische Umstände wurden am 11. September 824 und am 24. Juni 1693 große Teile von Köln zerstört.

Ganz besonders katastrophal schlug das Wetter im Juli 1342 zu: Nach längerer Trockenheit tobte in ganz Mitteleuropa ein zweitägiges Monsterunwetter, das mitten im Sommer an vielen deutschen Flüssen zu den größten Hochwassern des Jahrtausends führte.
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