Der lange Weg eines Tornados in die Statistik

Wie oft kommen eigentlich Tornados in Deutschland vor? Wer führt darüber Buch? Bei wem kann man eine Tornado-Sichtung melden? Woran erkennt man einen Tornado, wenn man nicht ihn selbst gesehen hat, sondern nur seine Folgen? Die Liste der Fragen weist schon darauf hin, dass es ein weiter Weg ist, bis ein Tornado in irgendeiner Statistik auftaucht!

Stellen wir uns den Aufzug eines starken Gewitters vor: Was tun fast alle Menschen? Sie bringen sich in Sicherheit, meist in Gebäuden. Nur wenige haben Interesse, dann am Fenster zu stehen und das Geschehen zu beobachten. Tun sie es, ist ihr Blickfeld stark begrenzt. Und noch viel viel weniger Menschen hält es auch - oder gerade - bei einer solchen Lage draußen. Damit ist schon mal die Zahl möglicher Beobachter sehr stark eingeschränkt.

Von denen, die draußen sind, ist ein großer Teil gar nicht am Wetter interessiert. Mancher geht trotz des Wetters einfach nur - vielleicht mit seinem Hund - spazieren, oder geht joggen. Andere waren mit dem Rad unterwegs und wurden von dem gefährlichen Wetter überrascht. Und nur ein ganz kleiner Teil geht extra wegen des Wetters raus, um es genau zu beobachten oder zu filmen. Nur von diesen paar Leuten ist realistischerweise anzunehmen, dass sie den Horizont nach Besonderheiten absuchen.
So eingestellt, nimmt man vielleicht wahr, dass da am Horizont ein - aus dieser Entfernung sehr kleiner - Rüssel rotiert und etwas nach oben saugt, so wie am 12. Juni 2004 in Monheim. Aber dazu gehört Glück! Ein Tornado dauert oft nur 30 Sekunden oder ein paar Minuten. Man muss genau innerhalb dieses Zeitfensterchens in die richtige Richtung schauen.
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