Wetterextreme als Folge des Island-Vulkans

1783 gab es in Island einen außerordentlich großen Vulkanausbruch. Er stieß unvorstellbare Mengen Asche aus, die einerseits ganze Viehherden vergifteten - in ganz Europa! - und andererseits einen deutlichen Einfluß auf das Wetter hatten.

Der Winter 1783/84 gehört in Deutschland zu den strengsten überhaupt. Alle Flüsse waren wochenlang fest zugefroren. Es lag ungewöhnlich viel Schnee.

Ende Februar setzte dann sehr massives Tauwetter mit heftigem Dauerregen ein. Es kam zu einem rasch ansteigenden Hochwasser. Das Eis wurde aufgebrochen und mitgerissen. Die Pegel stiegen auf extreme Werte an. In Köln wurden - lässt man den zeitweiligen Aufstau durch Eis außer Betracht - schließlich 11,55m erreicht, fast soviel wie im Juli 1342. Diese beiden gewaltigen Hochwasser sind also, was die vorbeifließende Wassermenge angeht, vergleichbar.

Doch das Hochwasser vom Februar 1784 führte eine sehr unheilvolle Fracht mit sich: Tonnenschwere Eisschollen! Sie radierten Gehöfte, Häuser und sogar ganze Dörfer aus! Es gab viele Tausend Tote! Obwohl das Katastrophenhochwasser von 1784 "nur" fast gleich viel Wasser führte wie das vom Juli 1342, brachte es an mehreren Stellen kurzfristig deutlich höhere Spitzenpegel. Im Raum Köln-Bonn entsprächen diese heute etwa Pegelwerten von rund 13 bis 14 Metern. Auch dafür war das viele Eis verantwortlich, das sich immer wieder zu Barrieren festsetzte und so das Wasser vorübergehend aufstaute.