Jahrtausendhochwasser mitten im Sommer!

Schon die späte Schneeschmelze im April hatte nach dem langen und strengen Winter 1342 vor allem im Einzugsgebiet des Rheins großes Hochwasser gebracht. Dann folgte zunächst ganz passables Sommerwetter, und im Juli gab es eine größere Hitzewelle. Sie bewirkte zwar nicht, dass die überreichen Wasserreserven in Seen und Flüssen auf ein für die warme Jahreszeit übliches Niveau zurückgingen, dafür aber dass die Böden hart und kaum wasserdurchlässig wurden.

Dann, am 21. Juli kam es zu einer ungeheuren Unwetterkatastrophe: In ganz Mitteleuropa tobten zwei Tage lang schwere Wolkenbrüche. Die Wassermassen konnten nach der Hitzewelle nicht im Boden versickern und strömten in die schon reichlich gefüllten Gewässer.

Überall stiegen die Pegel unglaublich rasant an, und nach wenigen Tagen wurden an allen Flüssen Jahrtausendhochwasser verzeichnet!

Am Rhein bei Köln schätzt man den Wert auf 11,66m - rund ein Meter mehr als bei den gewaltigen Fluten 1926, 1993 und 1995! Angesichts der Tatsache, dass im Raum Köln bei 10,70m Katastrophenalarm ausgelöst wird, weil sich der Rhein dann stark ausbreitet, ist bei solchen Wasserständen ein Pegelzuwachs von etwa einem Meter extrem viel!

Bei dem schweren Eishochwasser Ende Februar 1784 führte der Rhein vergleichbar viel Wasser. Da sich die Eismassen immer wieder festsetzten, kam es damals durch Stauwirkung an vielen Orten zeitweise zu herausragend hohen Pegelspitzen, obwohl die durchfließende Wassermenge etwa gleich hoch wie 1342 war.

Eine ähnliche Hochwasserkatastrophe wie 1342 fand im Sommer 886 statt.

Übertroffen wird die Sommerflut von 1342 nur noch von dem Ausnahmehochwasser 1374.