Neu:   Interessanter Spiegel-Artikel zu ähnlichen Ereignissen
 Die in dem Artikel gemachte Behauptung, normaler Hagel könne
nicht mehr als 10cm Durchmesser haben, ist nachweislich falsch!

Geradezu unglaublich, was die Chroniken aus dem Jahre 1104 berichten:

Da gab es in Würzburg ein außerordentlich extremes Hagelunwetter, das enorme Schäden anrichtete und zahlreiche Tiere und Menschen tötete.

So etwas kommt vor, wenn auch nur ganz ganz selten. Nun aber das Unfassbare:

Es soll dabei ein riesiger Hagelbrocken zu Boden gedonnert und in vier verschieden große Teile zerbrochen sein. Das größte Bruchstück soll immer noch so schwer gewesen sein, dass vier erwachsene Männer es nicht hochheben konnten!



Welche Erklärung könnte es für Hagel solcher Grösse geben? Das Einfachste wäre, zu behaupten, die Menschen hätten ganz einfach gelogen oder wären allesamt verrückt. Dazu gibt es jedoch keinerlei Anlaß.

Gehen wir also davon aus, dass die Geschichte stimmt, und suchen wir nach einer plausiblen physikalischen Erklärung:

Nicht in Frage käme ein Objekt aus dem Weltraum. Angenommen, ein unglaublicher Zufall hätte genau zur Zeit des katastrophalen Hagelunwetters einen Meteoriten zur Erde stürzen lassen, dann könnte dieser auf gar keinen Fall aus Eis gewesen sein. Wenn nämlich ein Himmelskörper auf die Erde stürzt, tut er dies mit einer Geschwindigkeit von vielen Kilometern pro Sekunde. Dabei reiben die Luftmoleküle so stark an ihm, dass er auf mehrere Tausend Grad aufgeheizt wird. Nur ein großer Stein kann das überstehen. Ein Komet, also ein Eisbrocken, verdampft mit absoluter Sicherheit vollständig.

Man muss also annehmen, dass das Objekt in Erdnähe entstanden ist - oder sogar auf der Erde. Tornados ziehen manchmal sehr viele und sehr schwere Gegenstände bis in große Höhen. Auch wenn es äußerst unwahrscheinlich ist, so könnte doch hier der Fall eingetreten sein, dass im Zuge dieses gewaltigen Unwetters mit möglicherweise sehr langer Zugstrecke Tornados entstanden, von denen einer ein Stück eines Gletschers hochriss, das dann in großer Entfernung - nämlich in Würzburg - wieder zur Erde stürzte. Damit würde es sich bei dem Eisbrocken nicht um Hagel im meteorologischen Sinne handeln.

Möglicherweise könnte dieses Unikat aber auch tatsächlich in der Unwetterwolke selbst entstanden sein, und zwar durch sehr starke Wirbel, die zahlreiche der bereits vorhanden Hagelbrocken miteinander verklumpten. Dies ist wirklich denkbar, und dann wäre es tatsächlich ein echter Hagelbrocken, wenn auch aus vielen kleineren zusammengesetzt.