|
Wo ist da der Sinn? <<
Ich bin Nichtraucher und halte vom Rauchen ungefähr so viel wie davon, sich hinter ein Auto zu setzen und die Auspuffabgase zu inhalieren. Kindern sage ich immer: "Rauchen ist nicht erwachsen sondern dumm!". Es stört mich nämlich, dass in der Kindererziehung das Thema "Rauchen" oft so gehandhabt wird, dass Kinder den Eindruck bekommen müssen, es handele sich um ein Privileg der Großen. Wen wundert es da noch, dass so viele von ihnen so bald wie möglich mit diesem Unsinn anfangen und dann natürlich schnell süchtig werden und nicht mehr davon weg kommen? Trotz dieser klaren Position fehlt mir jedes Verständnis dafür, dass neulich das Ehepaar Loki und Helmut Schmidt wegen Rauchens im Theater angezeigt wurde! Ja, die beiden qualmen wie die Schlote. Damit haben sie schon sehr früh begonnen, und es ist überhaupt keine Frage, dass sie hochgradig süchtig nach Nikotin sind und ein Aufhören gar nicht denkbar ist. Dies macht sich natürlich keiner der Betroffenen gerne bewusst, und sie können noch so erfahren und gebildet sein, sie werden trotzdem zum Thema "Rauchen" nichts Überzeugendes sagen können. Das ist eben so, bei einer Sucht. Daher hätte ich kein Problem damit, wenn beispielsweise in einer Talkshow an junge Zuschauer etwa folgende Worte gerichtet würden: "Wir haben hier heute sehr interessante Gäste, die in ihrem langen Leben sehr viel geleistet haben! Leider haben sie schon als Kinder das Rauchen angefangen und kommen davon nicht mehr weg! Wenn der Körper daran gewöhnt ist, will er die Giftstoffe, die in einer Zigarette stecken, immer wieder haben, obwohl sie ihm schaden! Fangt also bitte niemals das Rauchen an! Unseren beiden Gästen gestatten wir es hier ausnahmsweise, aus Respekt vor ihrem hohen Alter, und weil sie ja gar nicht mehr anders können. Aber wir raten Euch vom Rauchen ausdrücklich ab!". Möglich, dass die Gäste dies mit Humor aufnehmen würden, sich idealerweise sogar dem Appell des Moderators anschließen würden. Möglich auch, dass sie es als nicht nett empfinden würden. Aber es würde sowohl der Tatsache gerecht, dass man das Rauchen nicht ernsthaft empfehlen kann, als auch der Sucht, dem Respekt vor Alter und Lebensleistung, und nicht zuletzt der Erkenntnis, dass es für Menschen von fast 90 Jahren sogar gefährlich sein kann, sich einem Entzug auszusetzen. Unzweifelhaft ist es im übrigen nicht vergleichbar, ob jemand leicht verstimmt wäre, oder ob man - bildlich gesprochen - mit der dicken Keule anrückt und in einer solchen Frage einen Staatsanwalt bemüht, der - nebenbei bemerkt - sicher auch ohne dies genug zu tun hat. Es schockiert mich, dass jemand, der noch nicht einmal selbst in jenem Theater gesessen hat und somit auch nicht unmittelbar betroffen gewesen sein kann, glaubt, mit der Holzhammermethode etwas Sinnvolles erreichen zu können! Dabei wird entweder nicht realisiert oder gar in Kauf genommen, dass ein solches Vorgehen für so alte Menschen erheblichen und unter Umständen sehr gefährlichen Stress bedeuten kann. Ich habe dafür beim besten Willen kein Verständnis! Herzliche Grüße Armin |